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28. März 2018

Die Weltspitze der Myelom-Forschung und -Therapie traf sich am Uniklinikum Würzburg

 

Knapp 200 internationale Experten kamen Mitte März beim „4th Würzburg Myeloma Workshop“ am Uniklinikum Würzburg zusammen, um sich über aktuelle Forschungserkenntnisse und modernste Therapieoptionen bei Multiplem Myelom auszutauschen. Für die von der bösartigen Krebserkrankung des Knochenmarks betroffenen Patienten gab es hoffnungsvolle Botschaften.

 

Am 16. und 17. März dieses Jahres veranstaltete die Medizinische Klinik II des Uniklinikums Würzburg (UKW) den 4. Würzburger Myelom-Workshop mit fast 200 Zuhörerinnen und Zuhörern aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien und der Tschechischen Republik. „Ich bin stolz darauf, dass es uns wieder gelungen ist, diesem Expertenkreis an den beiden Tagen eine 32-köpfige Rednerliste zu bieten, die fast die gesamte europäische und US-amerikanische Weltspitze zum Thema Multiples Myelom umfasste“, sagt Prof. Dr. Hermann Einsele. Der Direktor der Medizinischen Klinik II und Leiter des Workshops ist selbst ein international anerkannter Spezialist für die schwierig zu behandelnde, bösartige Krebserkrankung des Knochenmarks.

 

Für einen Teil der Patienten ist eine Heilung möglich

Aus den beim Workshop vorgestellten aktuellen Daten lassen sich ermutigende Schlüsse ziehen. „Wir verfügen jetzt über so effektive Methoden, dass es möglich ist, einen Teil der Patienten so zu therapieren, dass selbst mit den empfindlichsten Diagnosemethoden keine Krankheitsaktivität mehr nachweisbar ist“, berichtet Prof. Einsele und fährt fort: „Für diese Patientengruppe sind die Prognosen sehr gut und wir haben die begründete Hoffnung, dass sich die generelle Heilungswahrscheinlichkeit bei Multiplem Myelom in naher Zukunft deutlich verbessern wird.“

 

Diverse neue Elemente für noch mehr Behandlungserfolg

Zu den auf dem Workshop vorgestellten und diskutierten innovativen Behandlungselementen zählen neue Wirkstoffe, die vor und nach den Stammzelltransplantationen gegeben werden. Außerdem wurde deutlich, dass die doppelte Stammzelltransplantation heute als Standard anzusehen ist: Zahlreiche Studien zeigen, dass Myelompatienten einen Überlebensvorteil haben, wenn ein paar Monate nach der ersten Transplantation eine zweite durchgeführt wird. Darüber hinaus finden auch Immuntherapien, wie sie zum Beispiel am UKW energisch vorangetrieben werden, zunehmend den Weg in die Behandlung von Multiplem Myelom. „Im Moment kommen diese zwar vornehmlich bei Patienten mit eher fortgeschrittener Erkrankung zum Einsatz, aber es ist abzusehen, dass wir bald auch in früheren Therapielinien mit Immunpräparaten arbeiten werden“, kündigt Prof. Einsele ein.

 

Fruchtbare kontroverse Diskussionen

Besonders lebhaft und spannend wurde es beim Workshop bei den so genannten „Hot-Topic-Diskussionen“, bei denen zwei Sprecher mit unterschiedlichen Meinungen gegeneinander antraten. Eines dieser kontroversen Themen betraf die Frage nach der optimalen Behandlungsdauer.

 

Über das Multiple Myelom

Beim Multiplen Myelom entarten im Knochenmark bestimmte Immunzellen. Sie überfluten den Körper mit fehlerhaft produzierten Antikörpern, unterdrücken durch ihr aggressives Wachstum die Blutbildung und schädigen durch verstärkten Knochenabbau das Skelett. In Deutschland erkranken pro Jahr etwa 3.500 Menschen an dieser Untergruppe des Lymphknotenkrebses.

 

Bildunterschriften:

Myelom-Workshop.jpg

Prof. Dr. Hermann Einsele (Sechster von rechts) mit einem Teil der 30 Referenten des 4. Würzburger Myelom-Workshops.

Bild: Fotoquelle Herbert Kriener

Myelom-Zellpräparat.jpg

 

Im Knochenmark-Ausstrichpräparat sind die vielen, hier violetten Plasmazellen eines Myelom-Patienten zu erkennen. Bei Gesunden darf höchstens jede 20. Knochenmarkzelle eine Plasmazelle sein.

 

Bild: Uniklinikum Würzburg

 

 

 

Mylom-Workshop
Myelom-Zellpra-Parat

 

 

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