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26. September 2019

Wölfe unterstützen den Kampf gegen Krebs

 

Krebs kann jeden treffen. Das zeigt die Erkrankung eines Spielers des TV Großwallstadt. Menschen wie ihm wollen die Rimparer Zweitliga-Handballer helfen. Einer von ihnen hat schon einmal Stammzellen gespendet.
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Von NATALIE GRESS
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RIMPAR #LasstmalLebenretten. Mit diesem Hashtag der DKMS wandte sich der Handball-Traditionsverein TV Großwallstadt am 22. August in den Sozialen Netzwerken erstmals an die Öffentlichkeit. Sein Spieler Steffen Lieb war im Alter von 32 Jahren an Blutkrebs erkrankt. Seine einzige Überlebenschance: eine Stammzellenspende. In Zusammenarbeit mit dessen Familie und Freunden organisierte der Verein Registrierungsaktionen für potenzielle Spender. In einem eigens produzierten Video sagte der Drittliga-Linksaußen Florian Eisenträger: „Gemeinsam als Team kämpfen wir gegen einen Gegner. Nur zur Zeit kämpft unser Steffen Lieb alleine gegen den wohl härtesten Gegner seines Lebens: den Blutkrebs. (...) Du kannst sein Lebensretter sein. Also mach mit und lass dich typisieren.“ An diesem Dienstag nun schrieb der Klub auf seiner Facebook-Seite: „Für Steffen Lieb wurde ein Spender gefunden, und alle Vorbereitungen für die Transplantation laufen bereits auf Hochtouren.“ Ob der Spieler mit Hilfe der Transplantation der gesunden Zellen seines Spenders wieder gesund werden wird, ist noch ungewiss. Doch zeigt der Fall zweierlei: Krebs kann jeden treffen, selbst Leistungssportler; und Sportvereine können ihre Präsenz und Reichweite nutzen, um Gutes zu tun. Im besten Fall, um Leben zu retten.

Heimspiel-Freikarten für Typisierte

Gerade im Kampf gegenKrebs sind auch die Zweitliga-Handballer der DJK Rimpar Wölfe seit vielen Jahren engagiert – als Botschafter des Vereins „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ und in Kooperation mit dem „Netzwerk Hoffnung“, der regionalen Stammzellspenderdatei des Uniklinikums Würzburg. Deren Daten werden wie die von 25 anderen kleineren deutschen Dateien und der DKMS in Tübingen als größter Datei im Zentralen Knochenmarkspender-Register (ZKRD) in Ulm zusammengeführt. „Wir wollen zum einen bei unseren Spielern das Bewusstsein wecken, dass es auch diese andere Seite im Leben gibt. Zum anderen wollen wir natürlich helfen“, sagt Wölfe-Geschäftsführer Roland Sauer: „Soziales Engagement gehört einfach dazu.“ 2008 richtete der Klub erstmals ein Benefizspiel unter Bundesligisten aus. In der Rimparer Dreifachsporthalle traf der TV Großwallstadt auf den HBW Balingen-Weilstetten, bei dem damals noch Roland Sauers Sohn Daniel unter Vertrag stand. Die Einnahmen gingen hälftig an die „Station Regenbogen“, eine Elterninitiative leukämie- und tumorkranker Kinder in Würzburg, und das „Netzwerk Hoffnung“. Letzteres unterstützen die Wölfe auch an diesem Sonntag, nach ihrem Heimspiel tags zuvor gegen den HC Elbflorenz aus Dresden (Samstag, 19.30 Uhr, s.Oliver Arena). Im Rahmen der ganztägigen Typisierungsaktion auf der Mainfrankenmesse geben die Handballer am Sonntag (12 Uhr) eine Autogrammstunde und verteilen Freikarten an Menschen, die sich registrieren lassen (siehe Infotext). Trainer Ceven Klatt geht als Vorbild
voran und lässt einen Wangenabstrich mittels eines Wattestäbchens machen, mehr ist es erst mal nicht. „Wir hoffen, dass wir unsere Fans dazu ermuntern können“, sagt der zweite Sauer-Sohn Julian, der als Rechtsaußen aktiv ist. Dafür wurde ebenfalls ein Video gedreht. Wie seine Teamkollegen ist der heute 31-Jährige längst typisiert, er ließ sich mit 18 als Schüler an seinem Gymnasium registrieren. Allerdings ist Julian Sauer der Einzige aus der Mannschaft, der schon Stammzellen gespendet hat; damit gehört er zu den etwa ein Prozent aller Typisierten. 2011 bekam er eine Anfrage der DKMS.Wie er später erfuhr, passten seine Gewebemerkmale gut zu denen eines Krebspatienten aus Spanien. Im optimalen Fall findet sich ein genetischer Zwilling. Der Zeitpunkt für Sauer damals war gut: Es war das Saisonende, kurz nach dem Drittliga-Aufstieg, Sommerpause und trainingsfreie Zeit. Er erklärte sich bereit zu einer genaueren Blutuntersuchung und stimmte danach einer sogenannten peripheren Stammzellenspende zu. „Wer sich entschließt, das zu machen, muss es auch durchziehen“, weiß Sauers Mutter Waltraud, selbst Kardiologin. „Denn dann wird der Empfänger informiert, dass es einen Spender gibt.“ Ihr Sohn musste sich eine Woche lang eine hormonähnliche Substanz spritzen,umdie Stammzellen im Blut zu stimulieren; „während der Zeit soll man keinen Sport machen“, erklärt
Waltraud Sauer. Dann fuhr Julian auf Geheiß der DKMS nach Dresden, wo an der Uniklinik innerhalb weniger Stunden Stammzellen aus seinem Blut herausgefiltert wurden. Das macht eine Maschine, für den Spender ist es ähnlich wie eine Blutabnahme. „Es hat nicht wehgetan, ich hatte nur ein bisschen Kopfschmerzen. Aber die nimmt man gerne in Kauf, wenn man vielleicht ein Leben retten kann“, sagt Julian Sauer.

Sauer-Spende ohne Happy-End

Im Fall des Spaniers, der seine Stammzellen transplantiert bekam, gelang das nicht. Der Mann verstarb nach sechs Monaten trotzdem, vermutlich eine Abstoßungsreaktion. Das teilte die DKMS dem Handballer per Brief mit. Normalerweise, so schreiben es die Regularien der meisten Länder vor, kann der Empfänger frühestens nach zwei Jahren Kontakt zum Spender aufnehmen – sofern beide dem zustimmen. Vorher wissen beide nichts übereinander – oder nur anonymisiert. „Dass ich das Leben des Mannes doch nicht retten konnte, war natürlich traurig“, erinnert sich Julian Sauer. „Ich würde trotzdem jederzeit wieder spenden. Schließlich wäre ich auch dankbar, wenn ich auf gesunde Stammzellen angewiesen wäre.“ So, wie Steffen Lieb vom TV Großwallstadt es nun sicherlich ist.

 

 

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